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Tweety Pie
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« am: 10. März 2010, 12:42:51 » |
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Hi Ihr Lieben, ich bin Tweety,
co-abhängig, beziehungssüchtig und erwachsenes Kind suchtkranker Eltern, mehrfach süchtig und leide unter PTBS...
Thema: Sektenerfahrung oder fanatische Glaubenserfahrung als Kind
So manche Dinge triggern mich - und das genau aus der Richtung des religiösen Missbrauches, den ich als Kind durchleben musste.
Es ist nicht so einfach mit solchen alten Weltbildern und Einstellungen aber auch einem gewissen Guru-Tum Abstand zu halten. Vielleicht reagiere ich auch manchmal zu heftig, was andere nicht wirklich nachvollziehen können.
Daher würde ich mich gerne mit betroffenen austauschen, sozusagen mit Überlebenden nach dem religiösem Missbrauch / Erleben sprechen...
Wie sieht bei Euch das Interesse aus, würde hier gerne einen neuen und aktuellen Thread aufmachen über "Sektenerfahrung oder fanatische Glaubenserfahrung als Kind" 
Vielen Dank für die Beteiligung an der Umfrage! 
Liebe Grüße von Tweety
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« Letzte Änderung: 10. März 2010, 12:45:12 von Tweety »
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Liebe Grüße und gute 24 Stunden von Tweety Pie
Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber es unmöglich ist zu schweigen (Victor Hugo)
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bigi
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« Antworten #1 am: 10. März 2010, 13:41:35 » |
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hallo
ich hab solche erfahrungen im kinderheim und in der ausbildung gemacht,als ich bei nonnen,leben,musste............
bigi
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Nur für heute..........................für die nächste stunde,minute,sekunde.....
unsere krankheit,können wir noch beeinflussen,das geht bei anderen krankheiten nicht! Dr.Klaus von Ploetz
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Huey
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« Antworten #2 am: 10. März 2010, 20:36:35 » |
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Hallo Tweety, das ist ein spannendes Thema, welches mich immer wieder anspricht. Ich war in einem "christlichen" Kinderheim und die Lösung aus meinem "christlichen" Umfeld war mit ziemlich schlechten Gewissen und Strapazen verbunden. Ich denke über Religion, Glaube kann man Menschen am stärksten manipulieren, stärker als mit allem anderen. Es war schon so, dass alles ausserhalb dieser speziellen Kirche nicht "so gut" war, oder einfach falsch, Irrglauben. Die katholische Kirche z. B. waren die ganz "Bösen". In allem was mit Glauben zusammenhing war eine Schwere, eine Düsternis, Finsternis. Jeder Mensch hat für sich innere Gesetze, intuitiv und diesen folgend kann man wohl gut und sozialverträglich leben. Es ist nur schwer sich darauf zu verlassen, daran zu glauben, wenn man von aussen jahrzehntelang dogmatisiert wurde. Heute glaube ich, dass das nicht so sein soll, im Gegenteil. Bin vom Grundgefühl am ehesten anthroposophisch, würde mich aber selbst denen nicht zugehörig fühlen (ganz einfach, weil das auch "organisiert" ist). Was ich mir vorstellen könnte ist, als das Christentum sich ausbreitete, diese Religion Begeisterung auslöste, weil sie unschuldig und der erlösende Grundgedanke neu war (zumindest bis zum 400. Jahrhundert, bis das Christentum von den Römern "organisiert" wurde). Da es eh schon so viele unterschiedliche Religionsgemeinschaften gibt, würde ich sagen, um allen gerecht zu werden, sollte es mehrere Milliarden geben (genau genommen für jeden eine... ) Oder es bedarf nur einer ganz grossen Religionsgemeinschaft, in der jeder das glauben kann, was er will.  So long erstmal, viele Grüße, Huey
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« Letzte Änderung: 10. März 2010, 20:39:53 von Huey »
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"Gibt es eine bessere Form mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?" Charles Dickens
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Tweety Pie
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« Antworten #3 am: 11. März 2010, 11:03:35 » |
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ich hab solche erfahrungen im kinderheim und in der ausbildung gemacht,als ich bei nonnen,leben,musste............
Hi liebe bigi, 
ich freue mich sehr, von Dir hier zu lesen! 
In meiner Herkunftsfamilie dachte ich als Kind immer, sie hätten mich versehentlich aus einem Heim geholt, was für mich als Erklärung galt, warum sie mich nicht liebten...
Heute ist es schwer mir zu vergegenwärtigen, dass ich ein gewolltes Wesen - (Gottes (?)) bin.
Deshalb auch mein Einstellungssatz von mir: Ich bin in Liebe und Sicherheit geborgen.
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Tweety Pie
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« Antworten #4 am: 11. März 2010, 11:34:21 » |
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Hallo Tweety,
das ist ein spannendes Thema, welches mich immer wieder anspricht.
Ich war in einem "christlichen" Kinderheim und die Lösung aus meinem "christlichen" Umfeld war mit ziemlich schlechten Gewissen und Strapazen verbunden.
Das ist ja interessant, meinst Du damit, dass Du das ganze Umfeld "auflösen" musstest, weil Du Dich vom "Glauben" gelöst hast? So ist es bei mir gewesen, aber das liegt vllt daran, dass die Zeugen Jehovas (ZJ) nichts anderes kennen als Freund oder Feind. Ich musste mit meiner ganzen Familie "brechen", als ich mich vom "Glauben" distanzierte. Das eine scheint nicht ohne das andere sein zu dürfen...
Ich denke über Religion, Glaube kann man Menschen am stärksten manipulieren, stärker als mit allem anderen.
Da ich auch ein Kind mit frühkindlichen Störungen bin, kann ich Dir da nicht 100% zustimmen - ich bin der Meinung, dass es außer Glauben auch etwas tieferes gibt... Aber es kann auch sein, dass ich mit so einer Störung gar nichts anderes mehr so richtig an mich heran gelassen habe und überall mangelndes Urvertrauen und Angst und Misstrauen vorherrschte...
...
Heute glaube ich, dass das nicht so sein soll, im Gegenteil. Bin vom Grundgefühl am ehesten anthroposophisch, würde mich aber selbst denen nicht zugehörig fühlen (ganz einfach, weil das auch "organisiert" ist).
Da reagiere ich auch immer wieder ganz arg mit Abwehr, für mich sind Organisationen und Institutionen ganz arg mit Vorsicht zu genießen. Selbst wenn sich einer ein wenig "aufmantelt" und sich vielleicht wie ein Guru gebärdet, muss ich sofort Abstand nehmen...
Hi Lieber Huey, 
ich freue mich sehr von Dir zu lesen!
Mir scheint, Du hast Dir schon viele Gedanken gemacht über dieses Thema, bin schon gespannt auf den Austausch!
Ich merke meine Unsicherheit und irgendwo auch meine Befangenheit bezüglich dieses Themas.
Eine erwachsene Stimme sagt in mir, dass ich ganz viel aufpassen muss, um bei mir zu bleiben und mich nicht zu verlieren... (was mein Grundthema ist!)
Deshalb reagiere ich erst einmal nur teilweise auf Deine Stellungnahme - auf das, was mich persönlich anspricht aus meinem eigenen Erfahrungen und Gefühlen heraus...
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Tweety Pie
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« Antworten #5 am: 11. März 2010, 11:47:34 » |
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Hi, ich bin Tweety
co-abhängig, erwachsenes Kind suchtkranker Eltern mehrfach süchtig und ein liebenswertes Wesen!
Heute in Liebe und Sicherheit geborgen! 
Meine Familie ist bei den Zeugen Jehovas (ZJ) dort erlebte ich sehr viel Gewalt anstatt Liebe.
Der Glauben meiner Eltern ist meiner Meinung nach nicht aus tiefster Überzeugung und eigener Entscheidung entstanden, sondern wurde über rigide Vorgaben und viel Manipulation (Angst, Gewalt, Psychoterror) ... geformt.
Meine Mutter übernahm die Erziehungsvorschläge und Vorgaben der Zeugen Jehovas sehr genau.
Weil sie selber in diesem Glauben groß geworden ist, hatte sie es nie gelernt, für sich selber Liebe zu empfinden...
... und hatte daher auch kein bisschen Liebe für ihre Kinder übrig. Wir wurden genährt und gewachsen, sahen aus wie Püppchen, damit es von außen auch alles in Ordnung er- schien...
wie heißt es so schön in der A-Literatur - wir lernten zu überleben anstatt zu leben... (gefällt mir sehr!)
So weit darüber... (will mich nicht überfordern, spüre viel Traurigkeit und eine innere Sehnsucht, die sich niemals erfüllt...) 
Danke fürs Teilen
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« Letzte Änderung: 11. März 2010, 11:51:06 von Tweety »
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Liebe Grüße und gute 24 Stunden von Tweety Pie
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Tweety Pie
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« Antworten #6 am: 13. März 2010, 11:04:13 » |
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Hi Ihr Lieben,
Tweety hier,
es ist unmöglich, ein Gespür oder gar ein Gefühl für sich zu entwickeln, wenn das Umfeld / die Familie mit ihrem religiösem Wahn nicht vorhanden ist.
Die strengen Gebote und Verbote machten es mir als Kind nicht möglich mich "normal" zu entwickeln.
Kindliche Neugierde war eine Gefahr, die es zu er- sticken galt. Es durften nur keine Fragen gestellt werden oder gar eine eigene Meinung kund getan werden.
Was Zeugen Jehovas praktizieren ist keine Gehirn- wäsche - nein, es ist ein Bewusstseinswäsche, weil einem strengstens verboten wird und man mit dämonischer Angst manipuliert, was verhindern soll zu phantasieren, denken,spüren, vorstellen und zu fragen!
Leider beschneidet das jegliche Entwicklungsmöglichkeit, sich einmal über sich selber und die reale "Welt" nach- zudenken und zu reflektieren, was da eigentlich läuft, die Angst schneidet jeden Gedanken ab, weil es nicht biblisch genug ist, eigenständig seine Meinung zu entwickeln.
Habt Ihr mal Georg Orwells "1984" - Big Brother gelesen? Dort geht es viel um die stete Überwachung wo es keine Persönlichkeitspähre mehr gibt - bei den Zeugen Jehovas wird auch überall bespitzelt und angeschwärzt im Namen des Glaubens... Ein Anver- trauen ist nicht möglich - man kann immer verraten werden!
Es galt immer nur die Bibelstudien und überaus vielen Zusammenkünfte zu besuchen und teilzu- haben am "einzig wahren Glauben" und dort alles in- und auswendig zu lernen. Was das Phänomen hervorbringt, dass 5000 Zeugen Jehovas haargenau die gleiche Antwort auf eine Frage geben.
...
Ich spüre, wie schwer es mir wird, wie schwummrig im Hirn - muss mich wieder finden im Hier und Jetzt und mir bewusst machen, dass ich jetzt frei und in Sicherheit!
Soweit - danke fürs Lesen...
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Liebe Grüße und gute 24 Stunden von Tweety Pie
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Huey
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« Antworten #7 am: 13. März 2010, 12:00:49 » |
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Hallo Tweety,
ich wollte noch meine Gedanken aufschreiben, ich möchte aber nicht, dass du dich unter Druck gesetzt fühlst ein Feedback dazu abzugeben. Ich möchte nur aufschreiben, wie mein Empfinden zu einem bestimmten Thema ist.
Viele Grüße, Huey
Das Thema "Gut" und "Böse" hat mich angesprochen.
Ganz am Anfang in der Bibel verstehe ich die Geschichte so, dass es garnicht der Sinn ist, Gut und Böse zu erkennen, Gut oder Böse sein zu wollen, zwischen Gut und Böse überhaupt zu unterscheiden.
Es gab zwei Bäume im Garten Eden (ich bin kein Kreationist oder wie die Leute heissen, die glauben, dass es genau so war, aber die Metapher finde ich gut). Den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis. Vom Baum der Erkenntnis sollte man nicht essen, dem Baum der Erkenntnis über Gut und Böse, sondern vom Baum des Lebens.
Und genau hier sehe ich die Problematik vieler Sekten oder religiösen Eiferer, dass sie genau das tun, was im göttlichen Sinne so nicht geplant war: Gut und Böse zu unterscheiden, sich als gut zu deklarieren, die andern als böse, die Werte selbst festzulegen, andere Menschen be- oder verurteilen, zu polarisieren.
"Böse" Menschen bringen mich an die Punkte, an denen ich Entwicklungsbedarf habe, während die "Guten" mich eher schonen. Sind die Bösen dann wirklich so böse? Sind die Guten wirklich so gut?
Und wenn jemand wirklich böse ist oder einen schlechten Charakter hat, kann ich besser damit umgehen, als wenn jemand keinen Character hat (Oppertunisten oder "Fähnlein in den Winden"). Auf einen schlechten Character kann man sich in einer gewissen Weise verlassen, das erhöht die Berechenbarkeit.
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"Gibt es eine bessere Form mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?" Charles Dickens
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Tweety Pie
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« Antworten #8 am: 13. März 2010, 19:22:52 » |
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ich wollte noch meine Gedanken aufschreiben, ich möchte aber nicht, dass du dich unter Druck gesetzt fühlst ein Feedback dazu abzugeben. Ich möchte nur aufschreiben, wie mein Empfinden zu einem bestimmten Thema ist.
Hi lieber Huey, 
ich bin froh um jede Rückmeldung, wenn ich etwas nicht sooo richtig mache... 
Ich bin hier für diesen Thread nicht verant- wortlich, sondern nur dafür, was ich schreibe und wie ich damit umgehe ... OK, ich habe es kapiert!
Hoffentlich bin ich Dir nicht zu nahe getreten, als ich Deine Meldung "kommentiert" habe! 
Da erkenne ich mal wieder mein "falsches" Verantwortungsgefühl (typisch co halt...), womit ich schon so manchen wahrscheinlich über die Füße gelatscht bin, ohne es zu merken!
Das ist gut, dass Du mir das schreibst - danke.[/i]
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« Letzte Änderung: 14. März 2010, 10:02:17 von Tweety »
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Liebe Grüße und gute 24 Stunden von Tweety Pie
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Huey
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« Antworten #9 am: 13. März 2010, 20:47:30 » |
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Hallo Tweety, es ist alles ok. Wenn ich mich in meinen Grenzen verletzt gefühlt hätte, oder sonst irgendetwas nicht in Ordnung gewesen wäre, dann hätte ich es geschrieben. Liebe Grüße, Huey 
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"Gibt es eine bessere Form mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?" Charles Dickens
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Tweety Pie
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« Antworten #12 am: 20. März 2010, 10:59:22 » |
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Hi hier Tweety Pie,
... kürzlich teilte ich im Thread gute allgemeine Neuigkeiten und dabei fiel mir etwas auf:die Sache mit den Neuigkeiten ist großartig, schön sie mit Euch teilen zu können, das nimmt einiges an Schwere und Dunkelheit.
Aber kennt Ihr auch so ein Phänomen, wenn ich manchmal etwas zu positiv bin und vielleicht in die Richtung Euphorie tendiere, habe ich das Gefühl, dass andere Leute Abstand zu mir nehmen...
Ich bin mir da immer wieder sehr unsicher, ob darin nicht auch ein Muster von mir mitschwingt da gab es bei den Zeugen Jehovas immer wieder solche Momente - jemanden missioniert zu haben, ihn vom "ewigen Leben" zu erzählen oder sich mit anderen 10 000 "Brüdern und Schwestern" verbündet fühlen ... das ließ in mir immer wieder so ein eu- phorisches Gefühl auftauchen ... war sicher eine Art von Rausch auch...
ich bin mir nicht sicher, wie ich mit dem Positiven und den Guten Neuigkeiten umgehen kann, weil ich merke, wie negativ besetzt diese Dinge noch sind.
Es hieß immer wieder und das in einem überaus be- glückenden euphorischem Ton - "die gute Botschaft verkündigen" ... "anderen Menschen die Aussicht auf ein Paradies verkündigen" ... es schwang so viel Positives mit, wenn auch ich im "Predigdienst" oder auf "Kongressen" oder "Versammlungen" von der "guten Botschaft" gehört habe...
Klar war das für mich als Jugendliche, als ich da noch mitgeschwommen bin, etwas sehr beglückendes, die Aussicht zu haben, jemanden anderen erretten zu können! (typische co-Anteile oder?)
Die Alleinstellung der Zeugen Jehovas, die sich auf den Standpunkt stellen, nur sie haben den einzig wahren Glauben und alle anderen sind falsch und deshalb dem sicheren Tode geweiht - hinterlässt bei den vielen Schäfchen einen Zwang, eine große Notwendigkeit aus der Nächstenliebe heraus, andere Menschen vor Harmageddon undsomit vor dem sicheren Tod zu bewahren...
Deshalb habe ich heute immer wieder bei "so positiven Themen", wo ich eine Ahnung von Euphorie spüre ein ungutes Gefühl... da ich hie und da auch Reaktionen wahr- genommen habe, wo sich Leute von mir abgewendet haben, wo ich vermute, sie sind mit meinem Überschwang nicht zurecht gekommen...
(Da registriere ich meine Angst wieder, zu viel zu sein und mich daher zurück nehmen zu müssen!!) Ich will aufpassen um nicht in einem euphorischen Zwang zu enden, diese Gratwanderung an Überschwang und Zurück- haltung will ich mir bewusst machen. Dabei frage ich mich, ob das wieder eine krankhafte Kontrolle ist, die aber not- wendig fürs Zusammensein mit Menschen, oder?
Danke fürs Teilen! 
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Liebe Grüße und gute 24 Stunden von Tweety Pie
Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber es unmöglich ist zu schweigen (Victor Hugo)
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Tweety Pie
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« Antworten #13 am: 21. März 2010, 10:29:12 » |
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Hi Ihr, Tweety Pie hier,
heute in er Tageseinstimmung gelesen - es berührt mich sehr! Sollte ich bei meiner nächsten Panikattacke vielleicht auch mal an meine higher Power denken und nicht alles alleine bewerg- stelligen müssen?
Danke lieber Chico für die Anregung!"Wenn wir das Leben genießen und uns frei fühlen, das Abenteuer des Lebens zu erfahren, dann haben wir losgelassen." ... Es heißt ja so schön Angst ist ein Zeichen mangelnder Spiritualität. Eine gewagte These die bestimmt nicht jedem schmeckt. Auch ich hatte da ziemlich lange daran zu kauen. Denn mein Ego konnte sich nicht eingestehen das meine Einstellung für mein Gefühlschaos verantwortlich war. Doch dann konnte ich mein Leben irgendwann komplett in die Hand meiner higher power legen und seitdem ist Ruhe Frieden und Glückseligkeit. Das spirituelle Erwachen was für mich gerade sehr greifbar ist ist das ich einen Glauben habe. Ich stelle zwar jeden Morgen bewusst die Verbindung zu Gott her doch ist mein Glaube an Ihn immer in mir. Ich habe dieses Vertrauen in Ihn und somit ist auch das vertrauen in mich gewachsen. Es ist schade, aber durch diesen religiösen Missbrauch habe ich einen selbstverständlichen Zugang zu meiner höheren Macht verloren. Ich lernte einen manipulierenden, ängstigenden und strafenden Gott kennen.
Ich muss mich heute immer wieder neu damit auseinander setzten, um es nicht wieder zu vergessen - die Spiritualität im 12 Schritte Programm ist heilsam, sie ist keine fanatische Religion, ich darf mich darin spüren und alles abgeben, auch meine Angst!
Danke fürs Teilen!
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meerschwarm
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« Antworten #14 am: 21. März 2010, 11:39:32 » |
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Hi Tweety Pie, ich habe mit Interesse die Diskussionen in diesem Thread gelesen. Was mir geholfen hat, Vertrauen in eine Höhere Macht zu fassen, war ein Erlebnis in 2 meetings. Wir lasen das SLAA Buch und ich bekam in einer Woche zweimal diesen Paragraphen zu lesen: Another discovery was a gradual awareness that our relationship with God was indeed a personal one. It did not need to be consistent with the definition of any religious institution or the experience of any other person. In fact, we didn't have to define our higher Power even for ourselves. For many of us, awakening to an omnipresent God-sense led us to explore other spiritual avenues, such as the practice or study of meditation or theology, formal or informal. We began to see that our partnership with God was an open-ended relationship, a rich tapestry which had barely begun to be woven. It offered that ultimate possibility for self-transcendence which so many of us had sought through the addictive experiences of our past. (SLAA handbook step 11 pages 100-101). Ich bin als Katholikin regelmässig sonntags in die Kirche und habe dieses Erlebnis als sehr positiv in Erinnerung. Doch die Priester ... ich weiss nicht. Katholische Priester waren ja alle unverheiratet, was mir immer schon Angst machte....diese veraltete Ansammlung einsamer Männer, die von Gott und Liebe sprechen. Unser Priester zum Beispiel hatte ein Glasauge, mit dem er uns als Kinder drohte (ich nehm's raus wenn ihr jetzt nicht ruhig seid  ) und tragischerweise starb er an Alkoholmissbrauch in einer Klinik. Also nicht gerade ein Beispiel von spirituellem Ganzsein....! Ich betete immer zu Gott, als wäre es eine weitere Aufgabe. Sozusagen, ich habe gebetet, um mich bei Gott gut zu stellen und um Bitten anzubringen. Kein Wunder hörte ich in Zeiten der Not mit dem Beten auf, weil mir schlichtwegs die Energie dazu fehlte, weil ich auch in dieser Beziehung wieder gab, anstatt mich mal zurück nahm und einfach abwartete, ob da was zurück kommt. Ausserdem befremdeten mich sehr viele Aussagen in der Bibel und ich kam mir dann immer etwas heuchlerisch vor, da ich ja nicht nach diesen Grundsätzen lebe, doch dann trotzdem zu einem christlichen Gott bete. Dass Gott/Höhere Macht/das Universum oder wie auch immer man das nennen will sowieso da ist und ich mich sozusagen in diese Energie einloggen kann, hat mir viel Erleichterung gebracht. Dass die Beziehung zu dieser Macht eine persönliche ist, hat mir auch sehr viel Erleichterung gegeben. Mein Job ist es nur, mich dafür zu öffnen, definieren muss ich nichts. Liebe Grüsse Meerschwarm
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« Letzte Änderung: 21. März 2010, 11:41:37 von meerschwarm »
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